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Kategorie:

Wie viel Promille sind erlaubt?

Tags
Verkehr,
DGS,
Schadensfall
Datum
26.10.2015

Der Alkohol und die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr passen nicht zusammen. Diese Erkenntnis gilt nicht nur bei der Polizei. In den meisten europäischen Ländern dürfen Sie mit hohen Geldstrafen, Führerscheinentzug, Fahrverbot, bis hin zu Haftstrafen rechnen.  In fast allen Ländern Europas gibt es eine Promillegrenze. In Estland, Rumänien, in der Slowakei und in Tschechien liegt diese sogar bei 0,0 Promille! In den meisten Staaten jedoch liegt sie bei 0,5 Promille. Nur in Großbritannien, Irland und Malta liegt die Obergrenze noch bei 0,8 Promille.

 

Was wir für Sie tun können:

Wir erinnern Sie regelmäßig daran, nicht unter Alkoholeinfluss am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen. Hierzu werden entsprechende Alkoholkontrollen durchgeführt. In Präventionsveranstaltungen weisen wir auf die Folgen hin, die eintreten können.

 

Woran Sie denken sollten:

„Ein Verstoß gegen das Alkoholverbot für Fahranfänger liegt regelmäßig ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,15 Promille vor.“[1]

 

  • Ordnungswidrig handelt somit, wer in der Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres alkoholische Getränke zu sich nimmt oder die Fahrt antritt, obwohl er unter der Wirkung eines solchen Getränks steht und Führer eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr ist.[2]

  • Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.[3]

  • Wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bestraft.[4]

 

Wer betrunken ein Auto fährt, kann seinen Führerschein verlieren - das ist klar. Doch auch als betrunkener Fußgänger kann man unter Umständen seine Fahrerlaubnis gefährden und seinen Führerschein verlieren.

Beispiel aus der Praxis: „Zweifel an seiner Trennungsfähigkeit zwischen Alkoholkonsum und Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr“ seien begründet, hieß es in einem Gerichtsbeschluss. Der Mann war 3,0 Promille stark alkoholisiert.

Die absolute Fahruntüchtigkeit liegt in der Regel vor:

 

  • ab 1,1 Promille bei Kraftfahrern, Mofafahrern und Fahrern von geschleppten Kfz,
  • ab 1,6 Promille bei Radfahrern und Fahrern von Leichtmofas,
  • ab 1,3 Promille bei Fahrern eines Sportmotorboots,
  • ab 1,6 Promille bei Fahrern eines Elektrorollstuhls.

 

Relativ fahruntüchtig ist, wer unter den absoluten Grenzwerten bleibt und erst weitere Umstände ergeben, dass der Alkoholgenuss zur Fahruntüchtigkeit geführt hat.

Schon bei 0,3 Promille kann relative Fahruntüchtigkeit vorliegen, insbesondere bei ungünstigen Umständen, wie z.B. Alter, Übermüdung, schwache körperliche Konstitution. Hier sollten Sie nachmals speziell nachlesen oder sich mit einem Fachanwalt konsultieren.

Die Grenzen gelten nicht, wenn Zweiräder geschoben werden unter Zuhilfenahme von Motorkraft; ebenso wenig für Lenker von Fuhrwerken.

 

Wie geht es weiter?

In Abhängigkeit vom Verstoß führt die Zentrale Bußgeldstelle oder andere Zuständige Stelle der Polizei das Verfahren. Die durch uns bearbeiteten Straftaten geben wir sodann an die Staatsanwaltschaft ab.

Übrigens: Wer unter Alkoholeinfluss einen Verkehrsunfall verursacht, verliert unter Umständen den Versicherungsschutz und muss alle Kosten selbst tragen.[5]


 

[1] OLG Stuttgart (Beschluss vom 18.03.2013 - 1 Ss 661/12)

[2] § 24c Straßenverkehrsgesetz

[3] § 24a Straßenverkehrsgesetz

[4] § 316 Strafgesetzbuch

[5] BGH, Urteil v. 22.06.2011 - IV ZR 225/10


Hier können Sie den Inhalt des Artikels: Wie viel Promille sind erlaubt als Video in Gebärdensprache ansehen

Verantwortlich:

Polizeipräsidium
Stabsbereich
Einsatz-/ Kriminalitätsangelegenheiten
Sachbereich 1.3 - Verkehrsangelegenheiten

Kaiser-Friedrich-Str. 143
14469 Potsdam


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