Gegen den nach dem Polizeieinsatz in Nauen am 20.08.2020 vorläufig festgenommenen Tatverdächtigen hat ein Richter am Amtsgericht Nauen Haftbefehl erlassen und verkündet. Anschließend wurde der Tatverdächtige in eine JVA gebracht. Die Ermittlungen zum Sachverhalt dauern unterdessen weiter an. Auch weil sich der Tatverdächtige zum Tatvorwurf nur teilweise einließ sucht die Kriminalpolizei dringend zwei weitere Zeugen bzw. Geschädigte. Die beiden Personen sollen nach Angaben von Zeugen im Verlauf des Sachverhalts ebenfalls durch den Beschuldigten bedroht worden sein. Es handelt sich um ein junges Paar, welches sich im Anschluss in den Backshop am Bahnhof Nauen begab. Sie werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Havelland in Falkensee, unter der Telefonnummer 03322 – 275 -0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Hier die Pressemeldung zum Sachverhalt vom 21.08.2020:
Betrunkener beschimpft und bedroht Passanten
Donnerstag, 20.08.2020, 16:30 Uhr
Am Donnerstagnachmittag soll nach Zeugenaussagen am Güterbahnhof in Nauen ein zunächst unbekannter Mann, zwei 23 und 34 Jahre alte pakistanische Staatsbürger fremdenfeindlich beschimpft und grundlos körperlich angegriffen haben. Sie blieben dabei aber augenscheinlich äußerlich unverletzt. Als sie weggehen wollten, um sich der Situation zu entziehen, soll der Tatverdächtige schließlich aus seiner Tasche eine Schreckschusswaffe genommen, damit den Männern hinterhergelaufen und auf sie gezielt haben. Dabei soll er die beiden Männer auch mehrmals mit für sie unverständlichen Worten angebrüllt haben. Dies beobachtete eine Zeugin und alarmierte die Polizei. Mithilfe der Personenbeschreibung konnte bei einer umgehend eingeleiteten Nahbereichsfahndung ein Tatverdächtiger festgestellt und vorläufig festgenommen werden. Es handelt sich dabei um einen 38 Jahre alten deutschen Staatsbürger ohne festen Wohnsitz. Bei ihm wurde eine Schreckschusswaffe aufgefunden und sichergestellt. Bei seiner Festnahme und im weiteren Verlauf verhielt sich der Tatverdächtige weiter aggressiv. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,43 Promille. Eine Blutprobe wurde entnommen. Der Mann wurde schließlich ins Polizeigewahrsam gebracht.
Eine Anzeige wegen Volksverhetzung i.V.m. Verstoß Waffengesetz, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung wurde aufgenommen. Die Ermittlungen in dem Fall werden durch das Dezernat „Staatsschutz“ in der Kriminalpolizei der Polizeidirektion West geführt. Diese dauern aktuell weiter an.