Kriminalitätsentwicklung und Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2021 der Polizeidirektion West

Rekordtief bei Straftaten, Raser und Drängler: Unfalltreiber Nr. 1

Überregional

Kategorie
Daten und Fakten
Datum
15.03.2022

Verkehrsunfall- und Kriminalstatistik PD West 2021

 

Die Polizeidirektion West konnte im Bereich der registrierten Straftaten gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Jahr 2021 erneut ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dabei haben nach wie vor die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen eine Auswirkung auf die polizeiliche Lage und das Einsatzgeschehen in der Polizeidirektion West.

Das Einsatzaufkommen blieb dabei jedoch nahezu unverändert. 2021 verzeichnete die Polizeidirektion West in den Polizeiinspektionen Potsdam, Brandenburg, Havelland und Teltow-Fläming sowie der Verkehrspolizei (Bundesautobahnen) und der Wasserschutzpolizei insgesamt wieder mehr als 100.000 Einsätze. Es gab ein leichtes Plus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hierunter fallen sämtliche polizeilichen Einsatzlagen und Unterstützungsdienste für andere Behörden (Gesundheitsamt, Staatsanwaltschaft, Polizei anderer Länder, Veterinäramt etc.) Das Einsatzspektrum erstreckt sich dabei vom Einbruchsdiebstahl, über die Verkehrsunfallaufnahme bis hin zu Gewaltverbrechen.

Der Leiter der Polizeidirektion West (in Vertretung), Sven Mutschischk: „Noch nie seit dem Bestehen der Polizeidirektion West haben wir so wenige Straftaten registriert wie im vergangenen Jahr. Natürlich hat auch die Pandemie dazu beigetragen, dass insbesondere auch die Zahl der Wohnungseinbrüche auf einem Rekordtief angekommen ist. Diese niedrigen Fallzahlen wollen wir halten und sogar noch ein Stück besser werden. Wir werden, wenn die Corona-Kontakt-Beschränkungen gelockert werden, unter anderem wieder verstärkt mit der präventionstechnischen Beratung von Haus- und Wohnungseigentümern fortfahren. Denn wenn zuletzt die Anwesenheit der Bewohner im Homeoffice potentielle Einbrecher abgeschreckt hat, so sind moderne und vor allem verschlossene Fenster und Türen ein großes Plus an Sicherheit.“

 

Polizeiliche Kriminalstatistik

Die Anzahl der in der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Fälle ist im Vergleich zu 2020 um insgesamt fast 5 Prozent zurückgegangen (2021: 47.650; 2020: 50.017). Die Aufklärungsquote ist leicht gesunken, auf 53 Prozent (2020: 55,3 %).

Die Polizei gibt Tipps zum Thema Einbruchschutz. (Symbolfoto: Polizeidirektion West)Symbolfoto: Polizeidirektion West Positiv ist der erneute Rückgang der Fallzahlen bei Diebstahlsdelikten. Hier wurden knapp 1.000 Fälle weniger registriert als noch im Jahr zuvor (2021: 16.679; 2020: 17.721). Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser sind auf dem niedrigsten Stand seit Bestehen der Polizeidirektion West (2011). Im gesamten Direktionsbereich kam es zu fast einem Viertel weniger registrierter Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser. (2021: 674; 2020: 868). Dies hatte sich die Polizeidirektion West im Jahr 2021 als ein Präventionsschwerpunkt gesetzt. Sowohl im Bereich der technischen Einbruchsverhütung als auch im „richtigen Verhalten“ im Abwesenheitsfall gab es durch Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte des Sachgebietes Prävention Informationsveranstaltungen und hilfreiche Tipps, auch über Pressemitteilungen und verschiedene Onlineportale. Hinzu kamen die bewährten „Luna-Streifen“, bei denen Polizisten sowohl in zivil als auch mit dem Funkstreifenwagen in den potenziellen Einbruchshotspots Streife fuhren.

Der Leiter der Kriminalpolizei der Direktion West (in Vertretung), Lars Brückner: „Wie 2020 ist auch im Vorjahr die Zahl der Straftaten in der Polizeidirektion zurückgegangen. Im Wesentlichen liegt die Begründung hierfür in den Auswirkungen der Pandemie. Auch 2021 gab es für die Menschen erhebliche, pandemiebedingte Mobilitätseinschränkungen, die sich auch auf die Kriminalität auswirkten. Für Taten der Gewaltkriminalität, wie etwa Raub und Körperverletzung, sind Begegnungen von Menschen eben Voraussetzung, waren 2021 jedoch nochmals deutlich reduziert. Zudem ist es nun einmal auch deutlich riskanter, zum Beispiel in ein Haus einzubrechen, wenn ich als Täter damit rechnen muss, dass die Bewohner aufgrund von Lockdown oder Home-Office anwesend sind. Gegen den allgemeinen Trend stiegen jedoch die Fallzahlen in einigen Bereichen an, die eben nicht durch die Pandemie beeinflusst wurden. So nahmen Fahrraddiebstähle als Heimlichkeitsdelikt mit 12,5 % wieder deutlich zu und überstiegen sogar die Zahlen des Jahres 2019.“

Bei der Anzahl der Gewaltstraftaten ist wiederholt eine rückläufige Tendenz zu verzeichnen gewesen (2021: 1.249; 2020: 1.414; -11,7 %). Der Fokus der Öffentlichkeit lag in den beiden zurückliegenden Jahren auf möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, insbesondere mit Blick auf das Kriminalitätsphänomen der häuslichen Gewalt. Wie auch im Jahr 2020, war im letzten Jahr erneut ein Anstieg festzustellen. 1.494 Straftaten wurden 2021 im Rahmen der polizeilichen Bearbeitung als häusliche Gewalt gewertet (2020: 1.478; 2019: 1.279). Dabei sind die Entwicklungen und Fallzahlen in den einzelnen Polizeiinspektionen unterschiedlich. So verzeichnete beispielsweise die Polizeiinspektion Brandenburg an der Havel einen Anstieg von 9 Prozent während im Bereich der Polizeiinspektion Potsdam Straftaten der häuslichen Gewalt um 12 Prozent zurückgingen.

 

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