Bankmitarbeiter bewahrte Rentnerin vor Enkeltrick

Potsdam

Kategorie
Vorbeugen und Schützen
Datum
21.07.2021

Landeshauptstadt Potsdam; 19.07.2021

Am Montagmittag erhielt die Potsdamer Polizei den Anruf eines Mitarbeiters eines Geldinstitutes. Dieser schilderte, dass eine ältere Dame – über 70 Jahre – dort mehrere tausend Euro Bargeld abheben wollte. Der Mitarbeiter wurde stutzig und fragte nach dem Grund der Abhebung. Die ältere Dame erzählte ihm daraufhin folgende Geschichte:

Sie habe einen Anruf einer Frau erhalten, die vorgab, ihre Enkeltochter zu sein und soeben einen Verkehrsunfall in Berlin gehabt zu haben. Da sie keine KFZ-Versicherung habe, benötige sie nun dringend 30.000 Euro in bar für die Schadensbegleichung. Sie wollte dann das Geld sofort bei der Rentnerin zu Hause abholen. Die Rentnerin gab weiter an, das die Anruferin zwar nicht wie ihre Enkeltochter geklungen habe, schrieb das aber der Aufregung wegen des Unfalls zu. Die Rentnerin sagte daraufhin zu, etwas Bargeld holen zu können und verabredete sich wenige Stunden später mit ihrer angeblich anrufenden Enkelin zur Geldübergabe.

Kurz nachdem dieses Telefonat beendet war, meldete sich telefonisch ein Herr Müller, angeblich von der Polizei Berlin, bei der älteren Dame. Er warnte sie vor Anrufern und dem „Enkeltrick“. Die Rentnerin erzählte ihm daraufhin von dem eben getätigten Anruf und Herr Müller versprach, bei der Verkehrspolizei nachzufragen, ob tatsächlich ein Unfall mit ihrer Enkeltochter stattgefunden habe. Nach einer kurzen Pause bestätigte Herr Müller den Unfall, und dass es tatsächlich sein könne, dass die Enkeltochter das Geld gebrauchen könne.

Daraufhin ging die ältere Dame zu ihrer Sparkasse und wollte Geld von ihrem Konto abheben. Dem aufmerksamen Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass die Frau nicht um ihr Erspartes betrogen wurde.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis!
  • Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren sie einen späteren Gesprächstermin, damit sie in der Zwischenzeit die Angaben z.B. durch einen Anruf bei Ihren Verwandten oder bei der örtlichen Polizei überprüfen können!
  • Notieren Sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers!
  • Bevor Sie jemandem ihr Geld geben wollen: Besprechen Sie die Angelegenheit mit einer Person Ihres Vertrauens. Wenn Ihnen die Sache „nicht geheuer ist“, informieren Sie bitte ihre örtliche Polizeidienststelle!
  • Übergeben Sie kein Geld an Personen, die Ihnen nicht persönlich bekannt sind!
  • Haben sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei! Sie erreichen sie unter der Nummer 110
  • Wenn Sie Mitarbeiter eines Geldinstitutes sind und den Verdacht haben, dass ein Kunde unbewusst Bargeld für die Übergabe an Betrüger abheben möchte, hinterfragen Sie den Grund oder fragen Sie Ihren Vorgesetzten nach einer internen Handlungsanweisung für derartige Verdachtsfälle.

Verantwortlich:

Polizeidirektion West
Pressestelle

Magdeburger Straße 52
14770 Brandenburg an der Havel

Telefon: 03381 560-2020
Telefax: 03381 560-2009
pressestelle.pdwest@polizei.brandenburg.de
Zum Impressum des Polizeipräsidiums


Das könnte Sie auch interessieren