Im Durchschnitt ereigneten sich rund 59 Verkehrsunfälle pro Tag in der Polizeidirektion Ost, deren Zuständigkeitsbereich die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree sowie die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) umfasst. 21.621 Verkehrsunfälle wurden insgesamt im Jahr 2025 in der PD Ost registriert. Damit sank die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in der PD Ost das zweite Jahr in Folge von 22.178 im Jahr 2023, über 21.878 im Jahr 2024 auf 21.621 im Jahr 2025. Zugleich wurde damit der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre erreicht.
In allen vier Polizeiinspektionen der PD Ost gingen die Verkehrsunfallzahlen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Auf den Autobahnabschnitten hingegen war ein leichter Anstieg zu verzeichnen.
Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden sank in allen vier Polizeiinspektionen der PD Ost – mit Ausnahme der Abschnitte der Bundesautobahnen. Insgesamt registrierte die Polizei 2.420 Verkehrsunfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort.
Entgegen dem Landestrend ging in der Polizeidirektion Ost auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen leicht zurück. Sie sank von 3.171 im Jahr 2024 auf 3.085 im Jahr 2025 und damit um rund drei Prozent. Deutlich stärker verringerte sich die Zahl der schwerverletzten Unfallbeteiligten – also derjenigen, die länger als 24 Stunden im Krankenhaus behandelt werden mussten. Sie sank um 12 % von 549 auf 483 Personen.
1.911 der nach Verkehrsunfällen verletzten Personen verunglückten innerorts. Dies entspricht einem Anteil von 62 Prozent aller bei Verkehrsunfällen Verletzten.
Trotz positiver Verkehrsunfallentwicklung mehr Verkehrsunfalltote im Jahr 2025
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung des Verkehrsunfallgeschehens stieg die Zahl der tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer deutlich an. Im Jahr 2025 verloren 58 Menschen bei Verkehrsunfällen in der PD Ost ihr Leben. Das sind 19 mehr als im Jahr 2024 (39) und entspricht einem Anstieg um fast 50 Prozent.
Lediglich im Landkreis Märkisch-Oderland ging die Zahl der Verkehrsunfalltoten im Vergleich zum Vorjahr zurück. Allerdings waren dort im Jahr 2024 – im Vergleich zu den Jahren zuvor – auch mehr Verkehrsunfalltote zu beklagen.
24 der insgesamt 58 Verkehrsunfalltoten in der PD Ost (41 %) verstarben im Jahr 2025 infolge einer Kollision ihres Fahrzeugs mit einem Straßenbaum. Das sind acht mehr als im Vorjahr – obwohl die Gesamtzahl der sogenannten Baumunfälle von 392 im Jahr 2024 auf 363 im Jahr 2025 zurückging.
Verkehrsunfallgeschehen auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der PD Ost
Entgegen der insgesamt positiven Entwicklung in der Polizeidirektion Ost zeigt das Verkehrsunfallgeschehen auf den Autobahnabschnitten der PD Ost im Jahr 2025 kaum positive Tendenzen.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt um 142 auf 1.477. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden nahm um 19 auf 175 zu. Die Zahl der dabei verletzten Personen erhöhte sich um 28 auf 302. Zudem stieg die Zahl der Verkehrsunfalltoten von drei auf sechs.
Aus der folgenden Übersicht ist die Verteilung des Unfallgeschehens auf die einzelnen Autobahnabschnitte im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Ost ersichtlich.
|
BAB |
Länge in km |
Anzahl VU (vgl. 2024) |
Mittelwert VU seit 2021 pro Jahr |
Anzahl VU-P (vgl. 2024) |
Mittelwert VU-P seit 2021 pro Jahr |
Anzahl Verletzte (vgl. 2024) |
Mittelwert seit 2021 |
Anzahl Tote (vgl. 2024) |
Mittel-wert seit 2021 pro Jahr |
|
10 |
44 |
545 (+53) |
497 |
55 (+7) |
55 |
90 (+19) |
86 |
0 (-3) |
1 |
|
11 |
91 |
490 (+41) |
485 |
64 (+3) |
75 |
122 (-3) |
144 |
2 (+2) |
1 |
|
12 |
58 |
367 (+34) |
371 |
46 (+5) |
58 |
74 (+4) |
99 |
3 (+3) |
3 |
|
20 |
26 |
75 (+14) |
63 |
10 (+4) |
7 |
16 (+8) |
12 |
1 (+1) |
1 |
Die höchste Zahl von Verkehrsunfällen ereignete sich auf dem Abschnitt der Bundesautobahn 10 zwischen dem Dreieck Spreeau und dem Autobahndreieck Pankow. Hier nahm die Polizei 545 Verkehrsunfälle auf (+53). In 55 Fällen kam es zu Personenschäden (+7), wobei 90 Menschen verletzt wurden (+19). Positiv ist, dass im Jahr 2025 auf diesem Autobahnabschnitt keine Verkehrsteilnehmer tödlich verunglückten. Im Jahr 2024 waren hier noch drei Verkehrsunfalltote zu beklagen gewesen.
Mit 490 Verkehrsunfällen (+41 zum Vorjahr) lag das Verkehrsunfallgeschehen auf der BAB 11 zwar leicht unter dem der BAB 10. Allerdings ereigneten sich hier mit 64 Verkehrsunfällen mehr Unfälle mit Personenschäden (+3 zum Vorjahr). Dabei wurden 122 Personen verletzt. Trotz eines leichten Rückgangs (-3 zum Vorjahr) waren damit auf diesem Autobahnabschnitt mehr Verletzte zu verzeichnen als auf den übrigen Autobahnabschnitten der PD Ost. Zwei Verkehrsteilnehmer kamen im Jahr 2025 auf der BAB 11 ums Leben, während im Vorjahr dort keine Verkehrsunfalltoten zu beklagen waren.
Auf den knapp 58 Kilometern der BAB 12, der vielbefahrenen Transitverbindung von Berlin nach Polen, ereigneten sich 367 Verkehrsunfälle (+34). Davon gingen 46 mit Personenschäden einher (+5), wobei 74 Verkehrsteilnehmer verletzt wurden (+4). Mit drei Verkehrsunfalltoten (+3 zum Vorjahr) verloren auf der BAB 12 im Jahr 2025 mehr Menschen ihr Leben als auf den übrigen Autobahnabschnitten der PD Ost.
Obwohl das Verkehrsunfallgeschehen auf der BAB 12 in der Vergangenheit wiederholt mediale Aufmerksamkeit erfahren hat, wurden auf dem Abschnitt der BAB 10 mehr Verkehrsunfälle und auf der BAB 11 mehr Verunglückte registriert.
Der Abschnitt der Bundesautobahn 20, der zum Zuständigkeitsbereich der PD Ost gehört, beginnt am Autobahnkreuz Uckermark und erstreckt sich von dort über ca. 26 km.
Wenngleich die Zahl von 75 Verkehrsunfällen vergleichsweise gering erscheint, entspricht dies dennoch einem Anstieg um 14 beziehungsweise fast 20 % gegenüber dem Vorjahr. Zehn dieser Verkehrsunfälle waren mit Personenschäden verbunden (+4). Dabei wurden 16 Personen verletzt (+8), eine Person verstarb. Der Anstieg der Verletztenzahlen ist unter anderem auf einen Busunfall Anfang Januar 2025 zurückzuführen, bei dem eine Person ums Leben kam.
Die gestiegenen Unfallzahlen auf den Autobahnabschnitten der PD Ost lassen sich zum Teil auch mit den vergleichsweise niedrigen Verkehrsunfallzahlen des Jahres 2024 sowie mit einer gestiegenen Zahl von Verkehrsunfällen in Baustellenbereichen erklären.
Im Jahr 2025 ereigneten sich 224 der auf den Autobahnabschnitten der PD Ost registrierten Verkehrsunfälle in Baustellenbereichen. Das entspricht einem Anteil von 15 % am gesamten Verkehrsunfallgeschehen auf den Autobahnen der PD Ost und einem Anstieg um rund 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wurden 30 Personen verletzt (+15 zum Vorjahr).
Jeder fünfte Verkehrsunfall mit Personenschäden ist auf die Unfallursache „Geschwindigkeit“ zurückzuführen
Entgegen dem insgesamt positiven Trend mit rückläufigen Verkehrsunfallzahlen und weniger Verkehrsunfällen mit Personenschäden in der PD Ost stieg die Zahl der Verkehrsunfälle, die auf eine überhöhte beziehungsweise nicht an Fahrbahn- und Witterungsverhältnisse angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sind, im Vergleich zum Vorjahr um rund 18 % auf 1.512.
504 dieser Verkehrsunfälle – und damit knapp ein Drittel – zogen Personenschäden nach sich. Auch ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 41 Fälle, was einem Anstieg um rund 9 % entspricht. Bezogen auf alle Verkehrsunfälle mit Personenschäden in der PD Ost bedeutet dies, dass etwa jeder fünfte dieser Unfälle auf eine überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen ist.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei den schweren Unfallfolgen. Während die Zahl der bei Verkehrsunfällen mit der Unfallursache Geschwindigkeit verletzten Personen um rund 12 % auf 647 stieg, nahm die Zahl der dabei Getöteten sogar um rund 88 % auf 30 zu. Damit ist rund jeder zweite Verkehrsunfalltote in der PD Ost auf eine überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.
Die Zahl der Verkehrsunfälle, die in der PD Ost auf einen zu geringen Abstand zurückzuführen sind, stieg um rund vier Prozent von 1.883 im Jahr 2024 auf 1.948 im Jahr 2025. Bei 376 Verkehrsunfällen mit Personenschäden (+13 zum Vorjahr), die auf Abstandsverstöße zurückzuführen waren, verletzten sich 572 Verkehrsteilnehmer (11 weniger als im Vorjahr). Zwei Menschen kamen dabei ums Leben – ebenso viele wie im Vorjahr.
Knapp 61 % der Verkehrsunfälle infolge von Abstandsverstößen ereigneten sich im Jahr 2025 innerhalb geschlossener Ortschaften. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Bundesautobahnabschnitten der PD Ost, die auf einen Abstandsverstoß zurückzuführen waren, von 253 im Jahr 2024 um fast 18 % auf 299. Damit war jeder fünfte Verkehrsunfall auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der PD Ost auf einen Abstandsverstoß zurückzuführen.
Auch die Zahl der Verkehrsunfälle infolge von Vorfahrtsverstößen stieg leicht an. Sie erhöhte sich von 1.312 im Jahr 2024 um knapp 3 % auf 1.350 im Jahr 2025. Die Zahl der Verkehrsunfälle nach Vorfahrtsverstößen mit Personenschäden blieb mit 473 Fällen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Erfreulich ist hingegen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen unfallbeteiligte Fahrzeugführer unter Alkoholeinfluss standen, geringfügig um rund 3 % von 307 auf 297 zurückging. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss mit Personenschäden stieg jedoch um acht auf 123. Auch die Zahl der dabei verletzten Personen erhöhte sich leicht um 12 auf 154. Drei Menschen verloren bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss ihr Leben – zwei weniger als im Vorjahr.
Wenngleich die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss deutlich geringer ist als die mit der Unfallursache Alkohol, stieg sie im Jahr 2025 deutlich an – von 48 auf 74. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss mit Personenschäden erhöhte sich um sieben auf 25, die Zahl der dabei verletzten Personen um 13 auf 37.
Verkehrsunfälle, bei denen Fehler beim Abbiegen unfallursächlich waren, gingen von 741 im Jahr 2024 auf 649 im Jahr 2025 zurück (-12 %). 251 dieser Verkehrsunfälle führten zu Personenschäden – 25 weniger als im Vorjahr. Dabei wurden 302 Verkehrsteilnehmer verletzt (-46) und zwei Menschen getötet (-1). Statistisch betrachtet war im Jahr 2025 somit etwa jeder zehnte Verkehrsunfall mit Personenschäden auf einen Fehler beim Abbiegen zurückzuführen.
Verkehrsunfälle mit der Unfallursache „Überholen“ stiegen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 15 auf 560. Bei 118 dieser Verkehrsunfälle (+10) erlitten 174 Personen Verletzungen (+9), sechs Menschen kamen ums Leben (+1).
Verkehrsunfallbeteiligung nach Altersgruppen
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern bis 14 Jahren stieg im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 15 auf 206 Verkehrsunfälle an. Mehr als drei Viertel dieser Verkehrsunfälle waren mit Personenschäden verbunden. Dabei wurden 270 Kinder verletzt (-12 zum Vorjahr) und drei Kinder getötet (+3).
118 verletzte Kinder (-11) und zwei getötete Kinder (+2) erlitten die Unfallfolgen als Mitfahrende in Fahrzeugen. Von den 206 Verkehrsunfällen, an denen Kinder im Jahr 2025 beteiligt waren, wurden 122 von ihnen selbst verursacht. Das sind 35 mehr als im Vorjahr.
In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen, die auch als junge Erwachsene bezeichnet wird, stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit deren Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr um 35 auf 2.966. Rund 16 % dieser Verkehrsunfälle führten zu Personenschäden. Dabei wurden insgesamt 406 Heranwachsende und junge Erwachsene verletzt (+8) und sechs getötet (+2). Mehr als zwei Drittel der Verkehrsunfälle, an denen junge Erwachsene beteiligt waren, wurden auch von ihnen verursacht.
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Senioren bewegte sich im Jahr 2025 annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden 5.826 Verkehrsunfälle registriert, an denen Senioren beteiligt waren (+20).
Obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden unter Beteiligung von Senioren leicht um 18 auf 757 sank und die Zahl der Verletzten mit 986 auf dem Niveau des Vorjahres blieb, stieg die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Senioren um fünf auf 20. Damit war statistisch gesehen im Jahr 2025 jeder dritte Verkehrsunfalltote in der Polizeidirektion Ost 65 Jahre oder älter. Rund 72 % der Verkehrsunfälle, an denen Senioren beteiligt waren, wurden auch von ihnen verursacht.
Berücksichtigt man die steigende Lebenserwartung sowie das zunehmende Erwerbsalter und hebt die Altersgrenze für die Betrachtung auf 75 Jahre an, reduziert sich die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung dieser Altersgruppe deutlich. Sie lag im Jahr 2025 bei 2.636 und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Verkehrsunfallbeteiligung nach Verkehrsarten
Mit rund 89 % ereignete sich die überwiegende Zahl der im Jahr 2025 in der Polizeidirektion Ost registrierten Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Pkw. An insgesamt 19.226 Verkehrsunfällen waren Pkw beteiligt – 296 weniger als im Jahr 2024. Rund 74 % dieser Verkehrsunfälle wurden von den Fahrzeugführern der beteiligten Pkw verursacht.
Bei Verkehrsunfällen mit Pkw-Beteiligung kamen 42 Menschen ums Leben (+8 zum Vorjahr). Zudem erlitten 2.456 Unfallbeteiligte Verletzungen, wobei es sich dabei nicht ausschließlich um Insassen der Pkw handelte.
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern bewegte sich mit 272 Fällen (-6) im Jahr 2025 nahezu auf dem Niveau des Jahres 2024. Rund 82 % dieser Verkehrsunfälle führten zu Personenschäden. Dabei wurden 238 Menschen verletzt (-14) und fünf Menschen getötet (+3 zum Vorjahr).
Erfreulich ist hingegen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern – einschließlich Pedelecs – von 923 im Jahr 2024 auf 835 im Jahr 2025 und damit um rund 10 % zurückging. 79 % dieser Verkehrsunfälle führten zu Personenschäden. Die Zahl der dabei verletzten Personen sank im Jahr 2025 um 86 auf 679.
Allerdings nahm die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Radfahrer deutlich zu – von einem im Jahr 2024 auf 11 im Jahr 2025. Mit 405 Fällen wurde weniger als die Hälfte der Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer im Jahr 2025 beteiligt waren, auch von ihnen selbst verursacht.
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Motorradfahrern. Auch deren Zahl ging im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 64 auf 365 Verkehrsunfälle zurück. Während bei 130 dieser Verkehrsunfälle ausschließlich Sachschäden entstanden, kam es bei 235 Verkehrsunfällen (-37) zu Personenschäden. Dabei wurden insgesamt 260 Verkehrsteilnehmer verletzt (-48), von denen 229 (-53) Motorradfahrer selbst oder deren Mitfahrer waren.
Gleichzeitig stieg jedoch auch hier die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer um vier auf 10. Mit rund 59 % wurde mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern in der PD Ost von den Bikern selbst verursacht.
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrzeugen des Güterverkehrs stieg von 2.930 im Jahr 2024 um 155 auf 3.085 im Jahr 2025. 254 dieser Verkehrsunfälle waren im Jahr 2025 mit Personenschäden verbunden (-10). Dabei wurden 345 Personen verletzt (2024: 363) und 15 Menschen getötet (2024: 8).
Bei einer differenzierten Betrachtung der Fahrzeuge des Güterverkehrs mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen reduziert sich die Zahl der Verkehrsunfälle um mehr als die Hälfte. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung solcher Fahrzeuge sank im Jahr 2025 sogar um 17 auf 1.302.
Bei 92 dieser Verkehrsunfälle wurden Personenschäden registriert. Dabei erlitten 125 Personen Verletzungen (2024: 167), acht Menschen kamen ums Leben (2024: 6). Somit werden rund 56 % der Verkehrsunfälle und etwa 60 % der Verletzten im Güterverkehr durch Kleintransporter und Kleinlaster mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen verursacht.
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Bussen stieg im Jahr 2025 um 30 auf 387. Rund acht Prozent dieser Verkehrsunfälle führten zu Personenschäden. Im Jahr 2025 waren dies 31 Fälle und damit etwa so viele wie im Jahr 2024. Dabei wurden 68 Personen verletzt (2024: 54) und drei Menschen getötet (2024: 0).
Rund 65 % der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Bussen wurden durch die Busfahrer selbst verursacht. Mediale Aufmerksamkeit erlangte beispielsweise ein Busunfall, der sich im Januar 2025 auf winterglatter Fahrbahn auf der Bundesautobahn 20 in der Uckermark ereignete. Bei diesem Verkehrsunfall verloren zwei Businsassen ihr Leben, weitere Personen wurden verletzt.
Polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit
In der Polizeidirektion Ost wurden auch im Jahr 2025 zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die darauf abzielten, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Sachgebiete Prävention der Polizeiinspektionen sensibilisierten Verkehrsteilnehmer fortlaufend für die Gefahren des Straßenverkehrs, insbesondere für die Risiken, die aus Fehlverhalten entstehen können.
Im Oktober 2025 fand beispielsweise erneut eine Präventionsveranstaltung auf der Bundesautobahn 12 statt, die sich insbesondere an Fahrzeugführer des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs richtete. Vom Lkw-Überschlagssimulator bis zur Problematik des toten Winkels wurden dabei verschiedenste Themen behandelt.
Darüber hinaus wurden adressatengerecht auch an Schulen, an bekannten Unfallschwerpunkten – etwa auf den Streckenabschnitten rund um den Werbellinsee – sowie bei Veranstaltungen wie dem „Tag der offenen Tür“ im Polizeipräsidium verschiedene Aspekte der Verkehrssicherheitsarbeit vermittelt.
Eine zentrale Aufgabe der Polizei in der Verkehrssicherheitsarbeit bleibt die Verkehrsüberwachung. Die Akzeptanz und Einhaltung bestehender Verkehrsvorschriften wird maßgeblich durch deren Kontrolle beeinflusst. Neben täglichen Geschwindigkeitskontrollen mit automatisierter Messtechnik kamen auch Handlasermessgeräte durch den Wach- und Wechseldienst sowie durch die Revierpolizei zum Einsatz. Im Jahr 2025 sind in der Polizeidirektion Ost insgesamt 294.608 Geschwindigkeitsverstöße registriert worden, von denen 10.570 mit den Handlasermessgeräten durch Bedienstete festgestellt wurden.
Darüber hinaus werden im täglichen Dienst allgemeine Verkehrskontrollen durchgeführt, bei denen neben dem technischen Zustand der Fahrzeuge auch die Fahrtüchtigkeit der Fahrzeugführer überprüft wird. Am Jahresende 2025 wurden auf diese Weise beispielsweise 2.487 sogenannte folgenlose Trunkenheitsfahrten festgestellt. Dabei wurden Fahrzeugführer gestoppt und ihre Weiterfahrt unterbunden, weil sie mutmaßlich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilgenommen hatten.
Ob und in wie vielen Fällen es ohne das polizeiliche Einschreiten möglicherweise zu weiteren Verkehrsunfällen unter Einfluss berauschender Mittel gekommen wäre, lässt sich dabei nicht feststellen.
Auch die gestiegene Zahl von Verkehrsunfällen aufgrund von Abstandsverstößen – insbesondere auf den Autobahnabschnitten – war wiederholt Anlass gezielter Kontrollmaßnahmen. Wie bereits dargestellt, war rund jeder fünfte Verkehrsunfall auf Autobahnen auf einen Abstandsverstoß zurückzuführen. Neben zivilen Videofahrzeugen der Verkehrspolizei kam regelmäßig auch eine Drohne zur Feststellung und Dokumentation solcher Verstöße zum Einsatz.
Zudem beteiligte sich die Polizeidirektion Ost im Jahresverlauf an zahlreichen themenspezifischen landesweiten und teilweise auch bundesweiten Kontrollaktionen.
Um der polizeilichen Verkehrsüberwachung über den einzelnen Betroffenen hinaus Wirkung zu verleihen, wurde im Rahmen einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit nicht nur über die Ergebnisse polizeilicher Kontrollen berichtet. Polizeiliche Maßnahmen wurden zudem mehrfach medial begleitet.
Selbstverständlich ist auch die Unfallanalyse eine wichtige Aufgabe, in die polizeiliche Erkenntnisse und Kompetenzen einfließen – beispielsweise durch die Mitwirkung in Unfallkommissionen oder durch die Veröffentlichung von Verkehrsunfallbilanzen.
Resümee
Die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025 zeigt, dass sowohl das Unfallgeschehen insgesamt als auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden in der Polizeidirektion Ost zurückgegangen ist.
Im Jahr 2024 aktualisierten integrierten Verkehrssicherheitsprogramm des Landes Brandenburg ist weiterhin das Ziel formuliert, die Zahl der getöteten und verletzten Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Der Fokus richtet sich dabei nicht mehr ausschließlich auf getötete und schwerverletzte Verkehrsteilnehmer. Vielmehr wird als Ziel ein „stabiler Trend von weniger Verunglückten bei Verkehrsunfällen im Land Brandenburg“ definiert. Als Verunglückte gilt dabei die Summe der verletzten und getöteten Unfallbeteiligten.
Im Sinne dieses Verständnisses ist es in der Polizeidirektion Ost – trotz des deutlichen Anstiegs der Verkehrsunfalltoten auf 58 – gelungen, einen Rückgang der Zahl der bei Verkehrsunfällen Verunglückten zu erreichen. Aufgrund der zugleich um 86 Personen gesunkenen Zahl der Verletzten sank die Gesamtzahl der Verunglückten um 67 auf 3.143.
Die gestiegene Zahl der Verkehrsunfälle infolge überhöhter beziehungsweise nicht angepasster Geschwindigkeit, bei denen im Jahr 2025 mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfalltoten in der Polizeidirektion Ost zu beklagen war, sowie die weiterhin hohe Zahl von Verkehrsteilnehmern, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen am Straßenverkehr teilnehmen, sind gewichtige Argumente dafür, die polizeiliche Verkehrsüberwachung weiterhin mit hoher Intensität fortzuführen.