In der vergangenen Woche wurden bereits vier Sachverhalte angezeigt, bei denen sich falsche Handwerker Zutritt in Wohnungen verschafft und ihre Opfer teilweise sogar bestohlen haben.
Dabei gingen die Täter immer gleich vor. Mit einer Legende als Handwerker verschafften sie sich, unter einem Vorwand Zugang zur Wohnung. Dort beschäftigen sie die Bewohner mit Aufgaben, so dass diese nicht beobachten können, was die Täter in der Wohnung so treiben. Die wiederrum nutzen die Situation, der beschäftigten Mieter aus und durchsuchen die Räume nach Wertgegenständen, die sie bei Fund dann auch entwenden.
So wurde eine Seniorin in der Bauhofstraße am 15.01.2026, beim Betreten ihres Hauses von einem jüngeren Mann angesprochen. Er gab an im gesamten Stadtgebiet auf der Suche nach einem Rohrbruch zu sein, welcher sich aufgrund der tiefen Temperaturen ereignet habe. Der Seniorin machte er glaubhaft auch in ihrer Wohnung die Wasserleitungen auf einen Rohrbruch prüfen zu müssen.
In der Wohnung angekommen, forderte der Unbekannte die Seniorin auf, im Badezimmer den Wasserhahn aufzudrehen und diesen zu beobachten, bis eine blaue Kontrollflüssigkeit austrete. Er selbst müsse zeitgleich die Wände der Zimmer überprüfen, um festzustellen, ob irgendwo Wasser austrete. In gutem Glauben folgte die Frau dieser Aufforderung. Nach kurzer Zeit verabschiedete sich der Mann mit der Aussage, dass in ihrer Wohnung alles in Ordnung sei. Wenig später fiel der Seniorin auf, dass ihr mehrere Hundert Euro Bargeld und aus der Schmuckschatulle Goldschmuck fehlte. Die Sachen hatte die Dame zuvor in verschiedenen Zimmern versteckt aufbewahrt. Gleiches geschah einer anderen Seniorin zwei Tage zuvor in der Maerckerstraße. Dort hatte der Täter aus einer Schublade über 300 Euro Bargeld entwendet.
Die Polizei rät:
- Lassen Sie sich, auch in angekündigten Notlagen, nicht von unseriösen Handwerkern unter Druck setzen.
- Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder und ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu.
- Öffnen Sie Unbekannten nur bei vorgelegtem Sperrriegel die Tür und wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher. Sprechen Sie sie in einem solchen Fall laut an oder rufen Sie um Hilfe und zögern Sie nicht, wenn Sie verdächtige Fremde im Gebäude beobachten, die Polizei zu verständigen.
- Lassen Sie nur Mitarbeitende von Handwerksbetrieben oder der Hausverwaltung in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von Ihrer Hausverwaltung vorab angekündigt worden sind. Das gleiche gilt für vermeintliches Personal der Stadtwerke oder Ableser von Gas-/Stromzählerständen.
- Verlangen Sie von Amtspersonen grundsätzlich den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel. Rufen Sie im Zweifel vor dem Einlass die entsprechende Behörde an. Suchen Sie deren Telefonnummer aber unbedingt selbst heraus!