Spree-Neiße. Am Morgen des 1. September 2026 kam es in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kohlekraftwerkes Jänschwalde zu einem Angriff auf Oberleitungen an einem Umspannwerk. Vor Ort wurden unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) im niedrigen zweistelligen Bereich aufgefunden, welche teilweise nicht umgesetzt wurden.
Die Polizei des Landes Brandenburg begann sofort mit umfangreichen Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen. Insbesondere die Entschärfung der noch vor Ort befindlichen USBV, die Absuche des Geländes sowie die Spurensicherung umfassten dabei mehrere Tage.
Am selben Tag wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen und am 04.09.2026 auch in Sachsen ähnlich gelagerte Sachverhalte bekannt. Gegenstand des Verfahrens der Staatsanwaltschaft Cottbus ist derzeit der Vorfall in Turnow-Preilack.
Am 3. September wurde die Polizei über ein Bekennerschreiben informiert, deren Authentizität umgehend geprüft wurde - auch ein Absender war aus dem Schreiben ersichtlich. Es erfolgte eine intensive und fortlaufende Zusammenarbeit mit der Polizei in Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Im Zuge dessen ordnete das Amtsgericht Cottbus auf Antrag der Staatsanwaltschaft Cottbus die Durchsuchung der Wohnanschrift des Tatverdächtigen in Gevelsberg (NRW) an. Die Durchsuchungsmaßnahmen wurden am 4. September durch Kräfte der Polizei Nordrhein-Westfalen und der Polizei Brandenburg realisiert. Kurze Zeit später konnte auch das Fahrzeug des Tatverdächtigen in der nordrheinwestfälischen Region Düren (Hambacher Forst) aufgefunden und Beweismittel gesichert werden.
Jeweils auf Antrag der Staatsanwaltschaft Cottbus erließ das Amtsgericht Cottbus parallel zu den Maßnahmen vor Ort am 04.09.2026 einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen und ordnete am 05.09.2026 die Öffentlichkeitsfahndung an.
Schließlich konnte der 48-jährige Tatverdächtige am Vormittag des 08.09.2026 in Nordrhein-Westfalen festgenommen werden.
Polizeipräsident Oliver Stepien:
„Die Festnahme des Tatverdächtigen ist ein wichtiger Schritt in den Ermittlungen. Von Jänschwalde aus haben unsere eingesetzten Kräfte mit großem Einsatz eine Vielzahl an Spuren gesichert, ausgewertet und Erkenntnisse zusammengeführt sowie umfangreiche Suchmaßnahmen durchgeführt. Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen Tagen mit sehr großem Einsatz an der Aufklärung und der Feststellung des Tatverdächtigen gearbeitet haben. Ebenso danke ich den Staatsanwaltschaften und allen weiteren beteiligten Behörden für die enge und professionelle Zusammenarbeit. Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass Sicherheitsbehörden über Ländergrenzen hinweg gemeinsam handeln. Die Ermittlungen sind mit der Festnahme nicht abgeschlossen. Jetzt gilt es, die Hintergründe und Zusammenhänge der Taten weiter aufzuklären und die gewonnenen Erkenntnisse sorgfältig zu bewerten.“
Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt derzeit wegen des Verdachtes der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und der Störung öffentlicher Betriebe, wobei weitere Tatbestände geprüft werden.
Die Ermittlungen dauern an.
Sehr geehrte Medienvertreterinnen und -vertreter, im Zusammenhang mit dem Auffinden des Tatverdächtigen endet die Öffentlichkeitsfahndung. Die Polizei bittet von einer weiteren Verbreitung der veröffentlichten Fahndungsbilder abzusehen und diese auf ihren Portalen, Kanälen und Webseiten zu löschen.