Am 25.02.2026 wandte sich eine Rentnerin an die Polizei, nachdem sie mitbekommen hatte, dass es sich bei einem vermeintlichen amerikanischen Soldaten, mit dem sie seit Monaten über soziale Netzwerke Kontakt gepflegt hatte, um einen Betrüger handelte.
Der „Martin“ hatte nach immer intensiver verlaufender Gesprächsführung angekündigt, sie besuchen zu wollen und dazu von Kabul nach Berlin zu fliegen. Plötzlich hieß es, der Flug wäre dann doch über Paris erfolgt und dort habe man ihn festgenommen. Nun bräuchte er 64.000 Dollar, um die geforderte Kaution begleichen zu können…
Glücklicherweise erkannte die Frau schlagartig, welches Spiel da mit ihr getrieben werden sollte. Betrüger hatten monatelang ein Vertrauensverhältnis zu ihr geschaffen und wollten jetzt Kasse machen. Das Ganze ist als sog. „Lovescamming“ bekannt und mitnichten ein Einzelfall. Mit faszinierenden (jedoch erfundenen) Lebensläufen und einfühlsamen Nachrichten bauen die Täter eine emotionale Bindung zu ihren potentiellen Opfern auf und gewinnen nach und nach deren Vertrauen. Dabei wird geschickt vorgegangen und sich Zeit gelassen. Je größer nämlich die emotionale Abhängigkeit wird, desto schwerer fällt es später, Geldforderungen und andere Gefälligkeiten abzulehnen.
Seien Sie deshalb bei einer Kontaktaufnahme mit Unbekannten im Netz oder über Messengerdienste grundsätzlich misstrauisch und geben Sie keine persönlichen Daten heraus! Mit jeder Information mehr, kann der Täter Sie letztlich emotional binden. Zumeist liegt zwischen Opfern und Tätern ein doch recht deutlicher Unterschied an Lebensjahren. Hinterfragen Sie sich also ruhig einmal selbst, ob es denn wirklich sein kann, dass ein/e) erheblich jüngere(r) Frau/Mann Sie sehr schnell mit Liebesschwüren überhäuft und Kosenamen gibt… Kurz gesagt, seien Sie einfach kritisch und bleiben Sie realistisch.
Lassen Sie sich nicht darauf ein, kompromittierende Fotos (Nacktbilder etc.) zu übersenden! Diese können später nämlich genutzt werden, um Geld von Ihnen zu erpressen.
Überprüfen Sie umgehend nach der Kontaktanbahnung das Profil des potentiellen Partners und nutzen Sie dazu ruhig die Bilder-Rückwärtssuche, um das Profilbild desjenigen auf anderen Webseiten zu prüfen. Und gehen Sie schon gar keine finanziellen Transaktionen mit Online-Bekanntschaften ein.
Niemand wird behaupten, dass Sie über das Internet nicht Ihren Partner fürs Leben finden können. Doch geht bekanntlich nichts über ein persönliches Kennenlernen. Wenn also ein Treffen ins Auge gefasst wurde und dann immer wieder Ausreden kommen (z. B. keine finanziellen Mittel vorhanden, um ein Reiseticket zu bezahlen) und gar von Ihnen erst die Übersendung von Geld gefordert wird, dann lassen Sie den gesunden Menschenverstand walten und brechen den Kontakt umgehend ab.
Sollten Sie Opfer derartiger Machenschaften geworden sein, dann denken Sie bitte daran: Betrug kann jeden treffen. Erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei. Speichern Sie alle Mails und Chat-Verläufe als Beweis auf einem Speichermedium. Falls Sie dies praktisch nicht hinbekommen und sich scheuen, Familienmitglieder oder Bekannte zu fragen, dann wenden Sie sich dahingehend an die Polizei.