Bisherigen Erkenntnissen zufolge kam es am gestrigen Nachmittag zwischen einem 53-jährigen Deutschen und seiner Ehefrau zu einer familiären Streitigkeit, bei der der Mann seine Frau geschlagen und bedroht haben soll. In der Folge soll der 53-Jährige angekündigt haben, sich mit einer Schusswaffe zu suizidieren. Die Ehefrau konnte die Wohnung verlassen und Angehörige verständigen. Die Polizei wurde gegen 17:00 Uhr über den Sachverhalt informiert.
Nach Erstinformationen soll der Mann in Besitz von Schusswaffen gewesen sein. Aufgrund dieser zu dem Zeitpunkt relativ unklaren Gefährdungslage wurde der Bereich vorsorglich weiträumig gesperrt und weitestgehend evakuiert. Spezialeinsatzkräfte und die Verhandlungsgruppe wurden zum Einsatz gebracht. Neun Kinder und Jugendliche sowie ihre Trainer wurden aus einem Sportclub, der sich in unmittelbarer Nähe befand, durch Einsatzkräfte aus dem Gebäude begleitet.
Die Stadt Velten richtete in der Ofenstadthalle eine Anlaufstelle für Anwohner und Familienangehörige ein. Ein Notfallseelsorger befand sich vor Ort und betreute die Familien sowie die Kinder und Jugendlichen.
Zu dem 53-Jährigen konnte nach mehrmaligen erfolglosen Versuchen gegen 23:20 Uhr Kontakt hergestellt werden. Im weiteren Verlauf konnte er dazu gebracht werden, das Haus freiwillig und unbewaffnet zu verlassen. Er ließ sich durch Polizeibeamte widerstandslos festnehmen. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung wurden zwei scharfe Schusswaffen und Munition sichergestellt. Der Mann verfügte über eine entsprechende Waffenbesitzkarte.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand kam es zu keiner Schussabgabe vom 53-Jährigen. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.
Anschließend wurde der Mann nach ärztlicher Untersuchung in ein Krankenhaus eingewiesen. Die Polizei hat Anzeigen u.a. wegen Bedrohung und Körperverletzung aufgenommen. Die Ermittlungen dauern an.