Insgesamt zehn Prignitzer meldeten am gestrigen Nachmittag und Abend der Polizei, dass sie sogenannte Schockanrufe erhalten haben und zu Geldzahlungen aufgefordert wurden. Die Anruferinnen und Anrufer gaben sich als Kriminalbeamte aus und schilderten, dass ein Familienmitglied des angerufenen Prignitzers in einen schweren oder sogar tödlichen Verkehrsunfall verwickelt sei und nun ins Gefängnis müsse. Dieses könne nur gegen eine Zahlung einer Kaution abgewendet werden. Die Angerufenen berichteten sogar davon, dass im Hintergrund zum Beispiel Kindergeschrei und Hilferufe zu hören waren, was die Situation offenbar noch mehr verdeutlichen sollte.
In einem Fall kam es bereits zur Übergabe des geforderten Geldbetrages von mehreren Tausend Euro. Ein angeblicher Mitarbeiter eines Gerichtes hatte die Wohnanschrift einer Prignitzer Seniorin aufgesucht und bereits das Geld in Empfang genommen, als der Ehemann der Frau hinzukam und geistesgegenwärtig dem Unbekannten das Geld wieder entriss. Der Täter verließ daraufhin den Ort.
Da es gestern zu dieser Häufung an Anrufen kam und zu vermuten ist, dass die Täter weiter agieren werden, möchten wir an dieser Stelle nochmals präventive Hinweise veröffentlichen:
Diese Betrugsmasche ist seit mehreren Jahren ein bundesweites Phänomen. Zielgruppe sind dabei meist ältere Menschen, deren Rufnummern die Betrüger regelmäßig den Telefonbüchern entnehmen. Die Täter geben sich als Polizisten aus, um das Vertrauen potenzieller Opfer zu gewinnen und erfinden eine Geschichte, nach der es plausibel erscheint, ihnen auch größere Geldsummen und Wertsachen zu überlassen. So werden etwa angebliche Diebesbanden in der Region gemeldet, die es auf das Vermögen der Opfer abgesehen hätten. Immer wieder wird jedoch auch die Erzählung aufgetischt, dass Angehörige nach dem Verursachen eines tragischen Verkehrsunfalls in Haft säßen und nur gegen eine hohe Kaution wieder freikommen könnten. Die Betrüger arbeiten gezielt mit den Emotionen ihrer Gesprächspartner. Im vorliegenden Fall sollte der Geschichte durch Einbindung mehrerer Personen noch mehr Glaubwürdigkeit verliehen werden. Hinter dieser Masche stecken oft ganze Netzwerke von Betrügern, die arbeitsteilig Geschichten erfinden und aufrechterhalten, bis die Opfer gezahlt haben. Lassen Sie sich im Gespräch nicht unter Druck setzen, beenden sie konsequent das Telefonat und sprechen sie mit Bekannten oder der Polizei. Die Erfahrung zeigt, dass der Betrug fast immer misslingt, wenn die Angerufenen Gelegenheit hatten, mit einer weiteren Person zu sprechen, wie sich auch hier zeigte.