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Kategorie:
Berechtigungen & Dokumente

Ich möchte einen Angelschein machen

Tags
DGS,
Lebenslage
Datum
05.08.2015

Was wir für Sie tun können

Sie haben keinen Fischereischein und möchten dennoch im Land Brandenburg angeln? Kein Problem. Nach der letzten Änderung des Fischereigesetzes ist ein Fischereischein für Personen, die den Fischfang mit der Friedfischhandangel ausüben, nicht erforderlich. Damit entfällt auch die Notwendigkeit einer Anglerprüfung.

Änderungen im Überblick

  • Wer nur auf Friedfische angelt, benötigt weiter eine Angelkarte und muss die Fischereiabgabe entrichten.
  • Wer in Brandenburg mit der Raubfischangel oder in anderen Bundesländern angeln will, muss einen Fischereischein erwerben.
  • Die Regelungen für ausländische Touristen gehen weiter. Sie können die Angelfischerei auf Fried- und Raubfisch ohne Fischereischein ausüben. Eine Angelkarte müssen die ausländischen Angelfreunde aber erwerben. Zudem ist auch die Fischereiabgabe zu entrichten. Der Reisepass ist mitzuführen.
  • Seit dem 1. August 2006 gibt es nur noch einen Fischereischein. Die Fischereischeine A und B, der Jugendfischereischein und der Sonderfischereischein werden nicht mehr ausgegeben. Bereits ausgereichte Scheine bleiben bis zum Ablauf gültig.
  • Die gesetzliche Befristung des Fischereischeins wird aufgehoben.
  • Ein Nachweis zur Entrichtung der Fischereiabgabe erfolgt zukünftig über eine Fischereiabgabenmarke. Die Marken sind in eine Nachweiskarte einzukleben. Neben dem gegebenenfalls erforderlichen Fischereischein ist die Abgabenmarke beim Fischen mitzuführen und der Fischereiaufsicht vorzuzeigen.
  • Die Anglerprüfung wird künftig nicht nur von den Fischereibehörden, sondern auch von anderen, vom Agrar- und Umweltministerium anerkannten, fachkundigen Personen durchgeführt.
  • Das Genehmigungsverfahren für Fischereipachtverträge wird durch eine Anzeigepflicht ersetzt.
  • Die Genehmigungspflicht für Fischhaltungsanlagen wird abgeschafft.

Woran Sie denken sollten

Raubfisch an der Friedfischangel?

Wie verhält man sich nun, wenn beim Friedfischangeln ohne Fischereischein zufällig ein Hecht oder anderer Raubfisch beißt? Muss der Fisch zurückgesetzt werden?

Nein, das muss er nicht! Entscheidend ist nicht der gefangene Fisch, sondern die Angelmontage. Klassische Friedfischköder wie Maden, Würmer oder Mais sind Merkmale einer Friedfischangel. Der Einsatz eines Blinkers oder toten Köderfisches erfüllen dagegen das Kriterium einer Raubfischangel. 

Hinweise zur Fischereiabgabe

Wie oben erläutert, müssen auch Friedfischangler eine Fischereiabgabe entrichten.

Diese kann bei den jeweiligen unteren Fischereibehörden, den Geschäftsstellen des Landesanglerverbandes Brandenburg sowie weiteren, noch festzulegenden Ausgabestellen erworben werden.

Es wird auch möglich sein, die Abgabemarken bei den Fischern und Ausgabestellen für Angelkarten (Tourismusvereine, Zeltplätze) zu entrichten. Das Land Brandenburg hat hier sehr weitgehende Möglichkeiten geschaffen, die es vor allem Touristen ermöglichen sollen, ohne Zeitverzug an die Angelgewässer zu kommen.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene entrichten die Abgabe für ein Kalenderjahr. Für Erwachsene besteht wie bisher zusätzlich die Möglichkeit zur Entrichtung für fünf Jahre.

Lernen bleibt Anglerpflicht

Die für das Angeln notwendige Sachkunde können sich Interessierte in Lehrgängen aneignen, die unter anderem vom Landesanglerverband Brandenburg angeboten werden.

Nach § 18 des Fischereigesetzes des Landes hat jeder, der die Fischerei ausübt, die fischerei-, naturschutz- und tierschutzrechtlichen Bestimmungen zu beachten. Dazu hat er sich entsprechend zu informieren und weiterzubilden.

Wie geht es weiter?

Im Kern geht es bei der letzten Neuregelung um drei Aspekte:

  • Erstens: Bürokratieabbau. In Deutschland ist der bisherige Zugang zum Angeln wesentlich komplizierter, teurer und aufwändiger als in anderen EU-Mitgliedsländern.
  • Zweitens: Wenn die Hürden für das Angeln niedriger sind, verbessern sich auch die Möglichkeiten für die Arbeit der Angelvereine. So will der Landesanglerverband wieder an die Tradition der Familienangeltage, Volksangeltage oder Paarangeln anknüpfen.
  • Drittens sollen getreu dem Slogan "Die Welt zu Gast bei Freunden" Angelgäste nicht ausgeschlossen werden. Brandenburg hat sich bei seinen touristischen Planungen die Entwicklung von Angeboten rund um das Wasser auf die Fahnen geschrieben. In einem Land mit 10.000 Seen, davon 3.000 größer als ein Hektar, ist das auch ein Riesenpotenzial.

 

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft


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