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Polizeimeldungen

Einweihung der „Stätte der Erinnerung und Mahnung“

Innenminister und Polizeipräsident weihen die zentrale Gedenkstätte für im Dienste der Polizei des Landes Brandenburg zu Tode gekommene Kolleginnen und Kollegen ein.

PDM

Kategorie
Die Polizei
Datum
07.11.2018

Potsdam. Am heutigen Tag weihten Innenminister Karl-Heinz Schröter und Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke die zentrale Gedenkstätte der Erinnerung und Mahnung im Herzen der Liegenschaft des Polizeipräsidiums in Potsdam ein und gedachten unseren im Dienst verstorbenen Kolleginnen und Kollegen. 

Karl-Heinz Schröter, Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg 

„Zum Berufsalltag der Polizei gehört es leider auch, Gefahren und Risiken ausgesetzt zu sein. Der Polizeialltag ist nicht friedlicher geworden, das müssen die Kolleginnen und Kollegen immer häufiger erleben. Diese Gedenkstätte gibt uns einen Ort der Erinnerung. Das ist wichtig, um an all diejenigen zu erinnern, die im Dienst ums Leben kamen. Das sind wir den Hinterbliebenen und der Gesellschaft schuldig.“

 Im Rahmen einer Zeremonie legten Karl-Heinz Schröter und Hans-Jürgen Mörke jeweils einen Kranz an der Hauptstele der Gedenkstätte nieder. An drei Taten, die sich durch das gewalttätige und wissentliche Vorgehen der Täter abheben, wird mit zusätzlichen Stelen namentlich an die Verstorbenen erinnert. 

Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke 

„Diese schlimmen Ereignisse dürfen nicht vergessen werden. Unsere Kollegen wurden brutal und absichtlich aus dem Leben gerissen und das gerade weil sie Polizisten waren. Bislang trauerte jeder für sich, Gedenktafeln in den Dienststellen der Verstorbenen erinnern an das Geschehene. Ich halte es für wichtig, dass es einen zentralen Ort für alle im Dienst ums Leben gekommenen Kollegen gibt.“ 

Zur Einweihung der Gedenkstätte waren die Angehörigen der verstorbenen Kolleginnen und Kollegen, alle Polizistinnen und Polizisten des Landes Brandenburg und verschiedene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eingeladen. 


 Zu den drei Fällen der namentlichen Stelen: 

Polizeihauptmeister Torsten Krautz und Torsten Paul 

Am 28. Februar 2017 tötet ein 24-jähriger Mann seine 79-jährige Großmutter und flüchtet nach der Tat mit einem Auto. Torsten Krautz (52) und Torsten Paul (49) sind an der Fahndung nach dem Täter beteiligt. Sie legen gemeinsam einen Stop-Stick (Nagelgurt) auf der Bundesstraße 87 in Oegeln (LK Oder-Spree) aus, um das Fahrzeug zu stoppen. Der 24-Jährige fährt mit hoher Geschwindigkeit absichtlich die neben der Straße wartenden Kollegen um. Beide sind sofort tot. Der Täter wird noch am gleichen Tag festgenommen und etwa ein Jahr nach den Taten wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. 

Beide Beamten versahen ihren Dienst in der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) in Fürstenwalde und lebten in der Region.  

Die Spendenaktion des Martin-Heinze-Fonds für die Hinterbliebenen unserer getöteten Kollegen Torsten Krautz und Torsten Paul löste eine große bundesweite Solidarität von der Polizei und  aus der Zivilgesellschaft aus. Beim Gedenkgottesdienst im Dom zu Fürstenwalde am 28.02.2018 übergab Innenminister Karl- Heinz Schröter an Inspektionsleiter Jürgen Huber eine Gedenktafel. Sie wurde am 1. März 2018 in der Polizeiinspektion Fürstenwalde angebracht. 

Polizeihauptkommissar Steffen Meyer 

Am 23.November 2009 überrascht Steffen Meyer (46) einen Einbrecher an der Garage seines Fahrzeugs in Lauchhammer (LK OSL). Der unbekannte Täter ersticht Meyer und flüchtet mit dem Auto. Nach dem Täter wird noch immer gefahndet. 

Polizeihauptmeister Martin Heinze 

Martin Heinze war der erste Polizist Brandenburgs nach der Wende, der im Polizeidienst ermordet wurde.

Gegen 3 Uhr am 20. August 1995 ist Martin Heinze in Potsdam auf Zivilstreife mit einem Kollegen. Beide verfolgen getrennt einen Verdächtigen. Martin Heinze kann noch die Festnahme des Verdächtigen über Funk melden. Als sein Kollege ihn findet, ist er schwerverletzt mit Stichverletzungen im Oberkörper. Im Krankenhaus verstirbt Martin Heinze im Alter von 46 Jahren. Der Täter kann wenig später festgenommen werden und wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Martin Heinze war 28 Jahre lang Polizist. Er hinterließ Frau und zwei Kinder. Eine Gedenktafel in der Polizeiinspektion Potsdam erinnert an ihn. 


 Zur Gestaltung der Gedenkstätte: 

Die gestaltete Erinnerungslandschaft folgt dem Leitgedanken des Zitates von Jürgen Knubben „In einer Welt, die von Reizen überquillt, ist Wahrnehmung nur in Reduktion auf das Wesentliche möglich.“ 

Die gedankliche Aufnahme einer Näherung an das „Erinnern“, die Weiterentwicklung sowie inhaltliche Begleitung bis zur Fertigstellung wurde durch das Potsdamer Büro von modus.architekten umgesetzt. Das Detailkonzept der Metallobjekte und deren Herstellung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bildhauer und Theologen Jürgen Knubben aus Rottweil. 

Die Potsdamer Sanierungsbau GmbH und die Firma Tief & Ausbau Weidemann übernahmen die Ausführung.

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