Betrüger ermittelt

Wittstock/Dosse

Ostprignitz-Ruppin

Kategorie
Kriminalität
Datum
09.07.2026

Polizeibeamte konnten am Mittwochnachmittag zwei Männer vorläufig festnehmen, die im Verdacht stehen, eine 61-Jährige in der Maxim-Gorki-Straße mit einer Betrugsmasche getäuscht zu haben. Ein 44-Jähriger hatte sich gegenüber der Frau als Mitarbeiter einer Firma ausgegeben, die mit Büchern handele. Die Frau nahm daraufhin einen Kredit im unteren fünfstelligen Bereich auf, um von ihm empfohlene Bücher zu erwerben. Im Gegenzug sollte sie ein sogenanntes Abschlusszertifikat erhalten. Anschließend forderte der Mann eine Zahlung von 4.000 Euro in zwei bis drei Raten, wodurch der Bücherkredit erlassen werden sollte. Zudem wurde erneut auf das Zertifikat sowie einen zugesagten Staubsauger hingewiesen, welche die Frau nach eigenen Angaben bereits beim Kauf der Bücher hätte erhalten sollen. Die 61-Jährige stimmte zunächst mündlich zu, woraufhin der 44-Jährige einen angeblichen Arbeitskollegen, einen 46-Jährigen, hinzuzog. Beide Männer nahmen Kontakt zu einer angeblichen Finanzabteilung auf, um die Kreditauflösung zu veranlassen. Während des Gesprächs wurde die Frau misstrauisch und verständigte die Polizei. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei der angegebenen Firma tatsächlich um eine Luftreinigungsfirma handelt und die beiden Männer dort nicht beschäftigt sind. Nach Abschluss der Befragung wurden beide Männer auf Weisung der Staatsanwaltschaft entlassen, die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

Der Betrug mit Büchersammlungen ist ein bundesweites Phänomen, das in den vergangenen Jahren vermehrt festgestellt wurde. Die Vorgehensweisen der Täter sind unterschiedlich. Häufig versuchen sie, ihren Opfern Bücher-Sammlungen zu deutlich überhöhten Preisen anzubieten und diese als vermeintlich sichere Geldanlage darzustellen. Dabei handelt es sich oftmals um kostengünstig hergestellte Nachahmungen. Auch Originalprodukte haben jedoch meist einen deutlich geringeren Wert als die von den Tätern geforderten Summen. Gelingt der Verkauf nicht oder geben die Betroffenen an, bereits Büchersammlungen zu besitzen, werden häufig lukrative Weiterverkaufsmöglichkeiten angeboten. Dafür sei angeblich ein Gutachten erforderlich, welches im Voraus bezahlt werden müsse. Nach erfolgter Zahlung brechen die Täter den Kontakt häufig ab. Zudem verwenden sie bei den Gesprächen meist falsche Namen.

Um sich vor solchen Betrugsmaschen zu schützen, sollten keine fremden Personen in die Wohnung gelassen und personenbezogene Daten nicht leichtfertig weitergegeben werden. Bei Zweifeln sollte das Gespräch beendet und gegebenenfalls die Polizei verständigt werden.

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